Tourenberichte
Weckewerk und Schmandkuchen
Jung`s, was waren das noch Zeiten, als wir uns sonntags an der grauen Katze getroffen haben. Es wurde ein bisschen über Technik gesprochen, und dann ging es auch schon los auf eine unserer vielen Kurztripps rund um Nordhessen.

Heute sollen Randbezirke Thüringens und Süd-Niedersachsens einbezogen werden……auf geht`s durchs Niestetal…. nach Kleinalmerode, durch ausgedehnte Nadelwälder – ohne Mittellinie – im Ort links, nach Hubenrode, Ermschwerdt -, dann nach Witzenhausen, vorbei an den bekannten Kirschplantagen mit ihrem Blütenzauber im Wonnemonat Mai.
Überregional bekannt ist diese Stadt auch durch die Erfindung der Biotonne im Jahr im Jahr 1983. Noch bekannter natürlich als bedeutendes Anbaugebiet für Kirschen, sie gilt als das größte geschlossene Kirschenanbaugebiet Europas.
Traditionell wird in Witzenhausen jährlich im Juli die „Kesperkirmes“ gefeiert, bei der eine Kirschenkönigin gewählt wird.
In Richtung Bad Soden Allendorf, durch Wendershausen mit dem berühmten
Zwei-Burgen-Blick, nämlich Burg Ludwigstein in Hessen, und die Burg Hanstein in Thüringen. Die Burg Ludwigstein ist eine spätmittelalterliche Burg bei Witzenhausen. Sie wurde ab Sommer 1415 unter Landgraf Ludwig I. von Hessen zum Schutz der umstrittenen Grenze gegenüber dem kurmainzischen Eichsfeld und der mainzischen Burg Hanstein erbaut. Burg Ludwigstein ist 1920 von Jugendgruppen erworben und als lebendiges Ehrenmal Für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Wandervögel wieder errichtet worden. Als Burgherberge wird sie seither jährlich von 16.000 Gästen für Klassenfahrten, Ferienfreizeiten, Tagungen, Seminare und vieles mehr genutzt.
Burg Hanstein ist eine frühmittelalterliche Burgruine bei Bornhagen im thüringischen Landkreis Eichsfeld, sie gilt als eine der größten Burgruinen Mitteldeutschlands. Seit 1985 werden wieder denkmalpflegerische Arbeiten an der Ruine vorgenommen. Sie ist bis weit in das 20. Jahrhundert ein beliebtes Wanderziel Göttinger Studenten.
Der Werra entlang in das beschauliche Dörfchen Ob-Rieden – Achtung: mit Blick auf die Eisenbahnbrücke, darunter geht nämlich die Straße nach Lindewerra (im Ort links ab). Lindewerra, damals ein Grenzort mit abgerissener Werrabrücke, von der wir das Dorf, die Bewohner, und die damaligen Anlagen an so manchen Motorradtagen besichtigten. Heute ist die Brücke wieder instand gesetzt und eine kleine Gaststätte/Ort lädt zum Verweilen ein.
In dieser Region werden heute noch u.a. Gehstöcke gefertigt. Hier befindet sich auch noch das Gehstock-Museum. Auf alle Fälle einen Besuch wert.
Nach kurzer Rast geht`s nach Walhausen – Dietzenrode – hier ist noch ein Abstecher zum Grenzmuseum angesagt, und lässt uns einen Einblick in die damalige „Zonengrenze“ zu Zeiten der DDR gewähren. Nach Gerbershausen und dann rechts ab nach Arendshausen – wunderbare Sträßchen mit schönen rechts-links Kombinationen. Vorbei an leuchtenden Rapsfeldern, herrlich restaurierten Fachwerkhäusern und alten Gutshöfen. Hier durchlaufen wir auch ein Stückchen deutsche Ostsee-Alpenstraße und die deutsche Märchenstraße.
Gleich wieder ein Ideeblitz – „ Wäre über eine Tour nachzudenken“ – die fahren wir sicher diesen Sommer!
Hottenrode – Friedland – der Ort Friedland ist weltweit durch die Einrichtung des Grenzdurchgangslagers bekannt geworden. Nach Ende des 2. Weltkrieges, als tausende von Menschen – ob Flüchtlinge, Vertriebene oder Soldaten – sich auf die Suche nach Angehörigen oder einer neuen Bleibe machten, wurde diese Auffanglager eingerichtet.
Auch dies ist heute ein Museum.
Deiderode, bei Brammetal, hier entlang Richtung HMÜ/Hedemünden bis zur Auffahrt , parallel zu Autobahn nach Münden/Werratal, vorbei nach Meensen, Wiershausen nach Hann-Münden. Dieses herrliche Städtchen, mit weit über 700 liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern ist auch als „Drei-Flüsse-Stadt“ bekannt. Wie war doch gleich der Vers, den wir in der Schule lernten…..
„Wo Fulda sich und Werra küssen, sie ihren Namen büßen müssen. Und es entsteht aus diesem Kuss, Deutsch bis zum Meer, der Weserfluss.“
Nun geht es an der „Fulle“ entlang nach Kassel…….
ADAC-Karte: 1:20000
Fazit: Was für ein herrlicher Tag…mit der Maschine und Freude durch wirklich kleinste Täler und Höhenzüge, durch einen Teil des hess. Berglandes und das angrenzende Thüringen/Niedersachsen.
Achtung: so manches Straßenschild liegt im verborgenen. Bringt vielleicht auch neue Eindrücke, wenn man die Sträßchen verläßt!!
Bis bald mal wieder
Jürgen
Kirschköniginnenwahl 2008
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Lesermeinungen zu diesem Artikel
(Lesermeinungen sind keine redaktionellen Meinungsäußerungen)
"Danke Jürgen, ein wunderschöner und professioneller Bericht. Und: Du hast Recht - das waren schöne Zeiten an der grauen Katze..."