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Aufgeben gibts nicht
Es gibt Menschen , die regelmäßig das Schicksal herausfordern und denen nie etwas zustößt. Und es gibt Menschen, die es trotz aller Vorsicht plötzlich und unerwartet erwischt, denn das Schicksal ist Wahllos.
So traf es auch den jungen John Riedemann aus Wabern vor knapp 5 Jahren. Der damals 20-Jährige gehörte nicht zu den Menschen, die es ständig drauf ankommen ließen, doch an jenem schicksalhaften Tag häuften sich ausgerechnet die Vorkommnisse. Das falsche Motorrad, ein falsches Nummernschild und zur falschen Zeit am falschen Ort. Ein Autofahrer der das Motorrad nicht kommen sah - plötzliches Vorfahrt nehmen und eine Welt die schwarz wird.
Für John änderte sich in Sekunden das komplette Leben auf tragische Weise.
Das Schicksal nahm ihm fast seinen kompletten rechten Arm.
Es gibt viele Menschen die an solch einem schweren Wendepunkt in ihrem Leben resignieren und sich nie wieder richtig von einem schweren Unfall erholen. Doch John kämpfte. Nach einer tiefschwarzen Zeit in der Klinik und darauf folgender Reha war John wieder da.
Er baute die Seite www.powerfull.de und merkte dabei, dass die Liebe zum Motorrad immer noch in ihm steckte. Jedoch war es für ihn unmöglich zu fahren, da er sich bei dem Unfall an den Nervensträngen seines rechten Armes stark verletzt hatte.
Eines Tages, als der innere Drang wieder aufs Motorrad zu steigen immer stärker wurde, hatte er eine brilliante Idee. Als erstes machte er sein Fahrrad für ihn fahrtüchtig indem er ein duales Bremssystem am linken Lenker montierte, kurz darauf folgte sein alter Scooter. Hier wurde die Sache jedoch schon ein wenig komplizierter. Die Bremse und zusätzlich noch das Gas wurden links angebracht, außerdem setzte er die Fußbremse nach alter Vespasitte in Bodennähe. Einmal Blut geleckt, war er nicht mehr aufzuhalten. Erste erfolgversprechende Versuche auf der Kartbahn und kurz darauf die ersten Rennen. Aber John Riedemann wollte mehr. Er nahm mit seinem umgebauten Scooter am einzigen 24h-Scooterrennen in Deutschland teil. Es war ein einziger Zermürbungskampf. Mehrmals wurde er abgedrängt, sürzte, holte sich Abschürfungen und Prellungen, geriet immer mehr in Rage. Obwohl der Kampf aussichtslos schien, kämpfte er weiter und gab abermals nicht auf.
Einige Zeit später war Scooter fahren aber auch keine richtige Herausforderung mehr. Diesmal machte John gleich zwei große Schritte auf einmal. Er wollte wieder Bike fahren. Also nahm er kurzerhand seine Honda CBR600, seine Unfallmaschine, genau die Honda die damals im Auto steckte. Er machte sie wieder fahrtüchtig, baute wie beim Scooter Gas, Bremse und außerdem noch die Daumenkupplung nach links. Zur gleichen Zeit baute er noch ein Rennrad und ein Mountainbike um und bestritt mit ihnen die ersten schweren Rennen nebenbei macht er seine Ausbildung zum technischen Zeichner.
Je mehr er aber wieder auf dem Sattel saß, desto mehr entflammte seine alte Leidenschaft für Moto Cross und Enduro in ihm. Abermals musste eine neue Maschine her. Er schaffte sich eine 250er Suzuki an. Gas und Bremse wanderten wieder nach links, jedoch entfiel der Kupplungshebel ganz, dank eines Systems namens Recluse.
Mit all seinen Fahrzeugen nahm John an Rennen teil. Mit der Honda hat er sich beim Frohburger Dreiecksrennen schon mit international erfahrenen Road Racern, die auf der Isle of Man oder in Irland schon große Erfolge nachweisen konnten, gemessen. Hat beim über Deutschlands Grenzen hinaus bekannten Fischereihafenrennen in Bremerhaven, vor über 20.000 Zuschauern gezeigt, dass er mit links bei der Musik ist. Hat auf der Weltleitmesse für Motorräder, der Intermot in Köln, zusammen mit einer Links-Gas-Frau, einen Messestand mit den umgebauten Maschinen gebaut und betrieben.
Im Rahmenprogramm der Intermot hat er auf der dortigen Rennstrecke zusammen mit Troger Mokus einem ungarischen Stuntfahrer der Top drei der Stuntweltmeisterschaften, an dem 4h-Scooterrennen teilgenommen. Nachdem sein ungarischer Teampartner nach einer Stunde wieder seinen Verpflichtungen als Stuntfahrer nachkommen musste, hat er halt die restlichen drei Stunden mit einer Trinkpause zwischendrin, alleine zu Ende gebracht. Beruflich ist es John als technischem Zeichner zu langweilig geworden. Er macht jetzt Fachabitur und geht anschließend studieren.
Heute plant John schon weiter. Nächstes Jahr geht es zum Triumph-Street-Triple-Cup Einer höchst attraktiven Serie, bestehend aus zehn Wertungsläufen auf deutschen Rennstrecken, mit einer enormen Medienpräsenz im Motorsportbereich. Außerdem werden sicher noch einige Starts bei verschiedensten Rennen auf Asphalt und Schotter, mit Verbrennungsmotoren oder Pedalenantrieb hinzu kommen. Das große Ziel des erstaunlichen jungen Mannes ist jedoch ein Start bei dem Rennen zur Tourist Trophy auf der Isle of Man.
Weitere Infos gibts auf www.das-gas-ist-links.de
Aufgeben gibts nicht
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