Motorrad-Clubs
Verein? – Von wegen!

Fritzlar. Am Stammtisch Erfahrungen austauschen kann jeder, bei Teilen fürs Motorrad wird’s da schon schwieriger. Vor allem, wenn die Maschine aus Milwaukee kommt und von ihrem Besitzer baulich schon so verfeinert wurde, dass vom einst gekauften Serienmodell eigentlich nichts mehr übrig ist.
„Customizing“ nennt der wahre Harley-Freund solche Umbauten und kennt kein schöneres Vergnügen, als schon beim Anlassen der Maschine Urgewalten zu entfesseln. Sonor pötteln muss der Motor im Leerlauf, aber mächtige Schalldruckwellen von Häuserwänden direkt in die Magengegend reflektieren, wenn der Biker am Gashahn dreht. Und klar, ein endgeiles Airbrush, gruselige Tank-Tattoos und blitzender Chrom, viel Chrom, gehören zum Auftritt. Alles andere ist Schnickschnack. Plastikverkleidungen? – Ha, ha, ha! Eine echte Harley besteht aus Metall, Leder, Drehmoment und Baujahr. Wer sich draufsetzt, fährt nicht einfach Motorrad. Er verschmilzt mit seinem Bock zum Lebensgefühl. Generationen „Born to be wild“, wäre das Bild nicht schon so abgedroschen.
Einfach nur lockere Typen
Doch genau darum geht es den 21 Jungs und zwei Mädels vom Stammtisch der Harley Wrecking Crew (hwc) Fritzlar. „Zusammen feiern. Spaß haben. In der Gegend rumfahren“, sagt Michael „Möckel“ Langner. „Sonst noch was?“ Keiner antwortet. Reicht doch!
Nicht mal die übliche Motorrad-Gang-Hierarchie braucht die Crew. Möckel ist zwar so eine Art Roadcaptain in Präsi-Funktion, sieht sich aber eher als Allround-Talent. „Der Möckel ist der Idiot, der die ganze Arbeit macht, der Stress-Habende“, sagt er. Keiner widerspricht. Reicht doch!
Schweineaugen-Weitspucken
Sieben Biker haben am 2. September vor zehn Jahren die „hwc“ gegründet: Möckel, Günner, Micha, Coyote, Flint und Itzig und Blade, die nach nur fünf Bier das Crew-Logo kreiert haben. Auf keinen Fall ein Verein sein, sondern ein lockerer Verbund lockerer Typen mit Spaß an der Harley und der Tour über Land. Eine Crew mit dem Namen der berühmten Werksmannschaft von 1916. Ein Stammtisch eben. Reicht doch!
Diesen Sommer, Ende August, will der „Trümmerhaufen“ in Geismar gesellig Geburtstag feiern. Crew-Party machen, bei ein paar Bierchen, Rockmusik und Schweineaugen-Weitspucken (Ole schafft Zehnmetersechzig). Schrauber-Latein reden und sich alte Stories erzählen. Vielleicht vom Ausflug nach Dernbach, wo sie Schrottplatz-Trottel Manni Ludolf getroffen haben. Oder vom Shake-Hands mit Peter Maffay, von dem’s eigentlich gar nix zu erzählen gibt. Oder vom Zusammentreffen mit OCC-Ikone Paul Teutul. Oder. Oder. Oder.
Mehr Infos unter www.hwc-fritzlar.de
Lesermeinungen zu diesem Artikel(Lesermeinungen sind keine redaktionellen Meinungsäußerungen) |
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Bonsai-Crew Treffen am Edersee
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"Yeah, Biken und Spaß! Was braucht man mehr? "