Tourenberichte
Ziel „Saint Tropez“
Nach den ersten, unbarmherzigen Autobahnkilometern (3 Std.) steuern wir ,
über Frankfurt/Karlsruhe, das Elsass an.
In Sichtweite der herrlichen Weinberge, die Rieslingtrauben schimmern im Abendrot, finden wir eine kleine Pension in Heiligenstein (ca. 550 km). Nach dem Genuss vom typischen Elsässer Gaumenschmaus „Haxe“ und herrlichem Wein, geht es in die Nachtruhe.
Ziel für den nächsten Tag – die Durchquerung des Elsass/Vogesenansatz in Richtung Dauphien, Provence, französische Seealpen.
Bei herrlichem Motorradwetter stürzen wir mit dem Motorrad von einer in die andere Rechts-Linkslage, durch Schluchten, Erhebungen und mittleren Pässen, den in der Karte gelb gezeichneten Straßenwegen. Diese Kurvenlage lässt uns eine Woche nicht mehr los.
Über Col du Kreuberg, Col de Fouchy, Col des Bageuelles, Col de la Schlucht, Col de Hahnenbrunnen, Col de Herrenflut (eine herrliche Motorradstrecke), in die Rheinebene. Cernay, Altkirch, Delemont, flaches Land, viel Ackerbau und Viehzucht.
Der Durchzug eines Regentiefs zwingt uns, bis nach Genf, auf die Autobahn. In Cluses (Haute Savoie), in den Col de la Colombiere 1613 m (ca. 620 km). Gott sei Dank Abendsonne im Rückspiegel und die idyllischen Bergstraßen.
Am nächsten Tag ist der Regen verzogen, und es geht bei klarem Motorradwetter über die Pässe Col des Aravis 1486 m, Les Saisis 1650 m (kleinste, grau eingezeichnete Sträßchen – eine Art Höhenfahrweg-), über Befourt auf den Col de Meraillet 1605 m, Col de la Madeleine 1993 m –

und den Hammerpass Col dù Galibier 2700 m, der Col de Lautaret 2058 nach Briancon.
Die jetzt gefahrenen Straßen durch die Route des Grandes Alpes sind immer wieder hoch beeindruckend.
In schnellen Wechseln änderten sich die Szenerien, von der rebenreichen Region des Genfer Sees, das vergletscherte Mont-Blanc-Massiv, blumenübersäte Gebiete mit Lärchenbaumwälder, bis hin zu den weithin glitzernden Flächen kohlehaltigen Schiefers, besonders gut am Galibierpass zu beobachten.
Wenig Hotelinformationen – aber die Bude/Hotel „Chez Jeannes“ in der Festung oberhalb von Briancon ist immer wieder eine Übernachtung wert. Die wohl höchstgelegendste Stadt Europas – und eine echte Bergfestung (1815) widerstand einer 20fachen Übermacht der Österreicher.
Abpacken, Kette schmieren, duschen – und dann ist es soweit – in der Abendsonne einen „Pastis“ genießen– das Leben ist schön! Entspannt spazieren wir anschließend durch die romantischen Gässchen und suchen uns einen Terrassenplatz in einem dieser kleinen, typisch französischen Restaurants. Menu und Rotwein – ein Genuss! (ca.400 km)

Ein wunderschöner Morgen, die franz. Seealpen zum Greifen nah, starten wir im Hochdauphien, Col d`Izoard 2360 m, Col de Vars 2111 m, bevor wird in die Hochprovence kommen.
In dem kleinen, beschaulichen Ort Barcelonnett entscheiden wir, bei Cafe au lait un Croissant, einen der 3 parallel laufenden Bergpässe in Richtung Cote dÀzur, hier Col d`Allos 2747 m, zu nehmen.
Alle drei Möglichkeiten, Col de la Cajolle, bzw. Col de la Bonette, sind für einen Motorradfahrer wirklich sensationell.


Oben auf der Kuppe kann man auch den Lac d`Allos (ein superschöner Bergsee) für eine Pause an genießen.
Wir spüren das mediterrane Klima bereits und alle Lüftungsschächte des Lederanzuges werden geöffnet. (ca. 300 km)
Über kleine Orte und hügelige Pässe – wie Col de Felines 930 m, Col dú Buis 1199 m, St. Abnau Ares (großartige Burganlage), kommen wir, in sichtbarem Bereich der Cote dÀzur nach Saint Tropez.

Grasse haben wir leider links liegen lassen „Das Parfüm“!
Saint Tropez ist – und bleibt einer unserer Lieblingsorte….
Trotz Ferienzeit, Touristen und vielen Tagesbesuchern ein beschauliches, kleines , idyllisches Refugium.
Der Hafen wird neben extravaganten Motor- und Segelyachten, von herrlichen Cafe`s umrahmt, in denen man den ganzen Tag sitzen, träumen und schauen möchte. In den Abendstunden ist man unter sich – es kehrt beschauliche Ruhe ein.
Von der Sonne geweckt begeben wir uns immer wieder gern in das lebendige Treiben des Marktes, bei superfrischen Austern mit Baguette und kühlem Wein (es gab 2 Portionen, ich staunte über den Preis von 9,- € für alles), können wir u. a. Brigitte Bardot (mit ihren Hunden) beim einkaufen beobachten.
Hier nutzen wir natürlich die herrlichen Sandstrände für zwei (oder 3) Tage zu Relaxen.


Am „Tahiti-Strand“ fühlen wir uns am wohlsten – schauen aber am „Club 55“ vorbei, wo man Elton John, Claudia Schiffer oder wie heute, Jack Nicolsen, der uns lächeln begrüßt. (Shining)
Nach einem kurzen Bummel am Meer entlang erreichen wir unsere dick gepolsterten Liegen und der freundliche Kellner serviert uns kurze Zeit später den herrlich gekühlten Wein.
So lässt es sich aushalten und wir genießen in vollen Zügen!
Die Rückreise geht über die Küstenstraße an den mondänen Orten Cannes, Antibes, Nizza und Monacco zum Col de Tende 1871 m, in die italienische Poebene.
Aufgrund der fehlenden Pässe wählen wir hier ein Stück Autostrada bis zum Lago di Como und Lago Maggiore.
Dort sind gerade Freunde von uns auf Urlaub, und wir machen einen Abstecher um sie zu besuchen.
Es geht extrem bergauf und unsere beste Freundin, die kleine Anna-Sarina wartet bereits mit Mutti Claudia in der letzten scharfen Kurve um uns zu begrüßen. Marc und die kleine Allessia erwarten uns schon, wir gehen baden und verbringen einen sehr schönen Tag zusammen.
Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen, und wir treten den Heimweg über den San Bernadino, weiter am Bodensee vorbei nach Nordhessen an (ca. 500 km) „Ahle Wurscht" schmeckt auch gut!
Fazit: - Eine Traumtour verbunden mit super freundlichen Menschen, sensationellen Strecken und Traumpässen – eine Tour, die man jederzeit gern wiederholen möchte.
Übernachtungen/Restaurants - klein und fein (siehe Briancon) – gibt es entlang der Strecke reichlich – Sprache ist nicht so wichtig – Freundlichkeit zählt.
Beste Zeit: Ende August – Anfang September.
Eine Woche ist natürlich viel zu kurz - und in Etappen Elsass/Vogesen, Region Genf/franz. Seealpen/Cote dÀzur/Lago di Como und Lago Maggiore…..bemerkenswerte Detailziele.
Aber es gibt im Leben zu wenig „Augusttage“!
Kartenmaterial: Elsass/Vogesen 1 : 200.000
Alpenkarte 1: 750.000
Franz. Alpen Süd (sehr empfehlenswert) 1 : 150.000
Seealpen Provence Cote dÀzur/Michelinkarten 1 : 250.000
Denzel – großer Alpenstraßenführer
Jungs – wir halten natürlich ALLE Geschwindigkeitsbeschränkungen und Verkehrsregeln aller Länder streng ein. (wir machen nur weniger Zigarettenpausen) ;-))
– Fortsetzung folgt –
Bis dahin viel Spaß und Servus
Jürgen Schäfer aus Kassel / Neustadt-Wstr.
Lesermeinungen zu diesem Artikel
(Lesermeinungen sind keine redaktionellen Meinungsäußerungen)
"Lange nichts gehört von dir Jürgen - keine Tour gefahren??? Wo geht es dies Jahr hin? Melde dich doch bitte mal wieder zu Wort (und Bild:-))) Du hast doch ganz sicher noch mehr solcher Supertouren in der Schublade!! Freue mich schon auf deine Anregungen. Eine Sozia"